Gründen könnte so einfach sein, oder? Wenn es nur nicht so kompliziert wäre!

Im Vergleich zu vor 25 Jahren ist Gründen einfacher: Das Gründer*innen-Ökosystem bietet mehr Fördermittel, Wissen, Investor*innen und nicht zuletzt Acceleratoren wie uns, Impact Collective.

Dennoch bleibt jede Gründung ein kompliziertes Unterfangen. Hilfreiche Methoden wie Lean Start-up, Business Modell Canvas u. ä. haben von den Systemtheoretiker*innen gelernt und brechen die komplizierten Probleme in kleine Häppchen runter. 

So gesehen, folgt das Gründen einer Journey: 1. PROBLEM >> 2. LÖSUNG >> 3. UMSETZUNG – oder anders ausgedrückt: 1. WARUM? >> 2. WAS? >> 3. WIE?

Diese Journey birgt mehrere Stolpersteine, allerdings glücklicherweise auch Good Practices, die die Erfolgschancen erhöhen.

Erste Etappe: „Ich hätte gern ein Problem.“

Gründer*innen entdecken ein Problem und versuchen es gut zu verstehen. 

Die Zielfrage dieser Etappe lautet: Warum ist es ein Problem und warum wurde es bisher nicht gelöst? Dabei hilft es, wenn sich die potenziellen Problemlöser*innen offen in Betroffene hineinversetzen. Wenig hilfreich ist es, an Idealvorstellungen festzuhalten. Gute Vorbereitung und Konkretisierung ‘on the ground’ bedeuten ein gutes Problemverständnis und damit den ersten Schritt der Lösung. 

Mehr zu dieser Etappe gibt es hier.

Zweite Etappe: „Heureka! Das ist DIE Lösung!“

Es gibt einen Grund, warum sehr viele Start-ups früher oder später einen Pivot hinlegen oder mit anderen Worten: von vorne anfangen.  Bei der Festlegung der Lösung gibt es einige Fallstricke, allerdings auch Tricks, um Euch später unnötige Mehrarbeit zu ersparen.

Die Zielfrage dieser Etappe lautet „WAS funktioniert wirklich, wirklich, um das Problem zu lösen?“

Stolpersteine: 

  • „Wir haben den heiligen Gral gefunden“: Die erstbeste Idee wird für DIE Lösung gehalten und noch fataler wird es, wenn Gründer*innen krampfhaft daran festhalten.
  • „Wir haben Nutzer*innen befragt…“: Befragungen bzw. Marktforschungen führen meist auf den Irrweg. Family & Friends sind noch schlechtere Ratgeber. In beiden Fällen sind die Ergebnisse zu oft falsch, verfälscht und noch im ‚besten‘ Fall einfach nicht repräsentativ.

Good Practices:

  • Klein und konsequent anfangen: sich eine überschaubare Nische aussuchen und hier zur Meisterschaft gelangen, indem ‚echte‘ Nutzer*innen gewonnen und bei der Nutzung genau beobachtet werden.
  • The proof is in the pudding: Jede Lösung in dieser Etappe ist nicht mehr als eine Option. Es hat sich bewährt, Nutzer*innen mit einer neutralen Haltung zu beobachten, alles messbare zu messen und die Lösung bei Bedarf ohne Emotionen anzupassen, zu adaptieren oder zu eliminieren (und dann womöglich neu anzufangen).

Dritte Etappe: „Brot & Butter – gut gemacht. Dauerhaft und immer wieder!“

Wenn das „WAS“ gelöst ist, kommt es auf die effiziente Umsetzung an. Dies ist der kritische Punkt, um die Lösung zu skalieren. 

Die Zielfrage dieser Etappe ist „WIE wird die Lösung dauerhaft und ohne Qualitätsverlust geliefert (und wirft dazu noch eine gesunde Marge für das Unternehmen ab)?“

Diese Etappe ist die vielleicht größte und langwierigste Herausforderung für Gründer*innen.

Stolpersteine: 

  • Verzettelung: Die Lösung hat noch viele Kinderkrankheiten und es werden zu früh neue Produktfeatures bzw. gänzlich neue Produkte entwickelt.
  • Fehlendes Fundament: Die Grundlagen für die Skalierung sind noch gar nicht gelegt und schon wird das nächste Start-up geplant.

Good Practices:

  • Team & Organisation: Um gesund zu skalieren braucht es Klarheit hinsichtlich der Aufgaben, Abläufe, Rollen sowie der notwendigen Skills und akzeptierte Formen der Zusammenarbeit im Team. Achtung: das bedeutet 99% Kulturarbeit und nur 1% Prozesskästchen malen, deshalb dauert diese Etappe auch so verdammt lange – dafür währen die Vorteile guter Strukturen ewig. 
  • Too-good-to-be-true-Haltung: Hochmut ist ein schlechter Berater. Sich zu sicher fühlen, führt zu Bequemlichkeit und/oder Überheblichkeit. Ein bisschen paranoide Grundhaltung hilft, um wachsam zu bleiben. Ehrliches und kontinuierliches Feedback von innen (aus dem Team) und von außen (Kund*innen, Lieferant*innen, Mentor*innen) ist hierfür eine harte Währung.

Wie lange dauert es denn noch bis zum Übernacht-Erfolg?

Hinter einem Übernacht-Erfolg steckt meistens langwierige und harte Arbeit. Wenn Start-ups scheitern, dann weil sie versucht haben, eine Abkürzung auf diesen Etappen zu nehmen: Sie haben das Problem nicht richtig verstanden, es nicht in die richtige Lösung übersetzt oder sie scheiterten daran, die Lösung gut und dauerhaft umzusetzen.

Erfolgreiche Gründer*innen gestalten die Etappen konsequent, bleiben stets wachsam & reflektiert und lernen auf dem Weg. Impact Collective hilft Euch dabei. Jetzt für das Accelerator-Programm bewerben!